Planungshilfen

Sicherheit

Die BGR 228 (berufsgenossenschaftliche Regel) dient als rechtliche Vorgabe für den Bau, den Betrieb, die Wartung und die sicherheitstechnische Prüfung von Getränkeschankanlagen. In Verbindung mit der Normreihe 6650 ff und 6653 ff ist ein sicherer und hygienischer Betrieb der Getränkeschankanlagen gewährleistet. Das größte Sicherheitsrisiko geht zweifelsohne von der Druckgasversorgung aus. Dabei sind die häufigsten Ursachen für Gefährdungen:
- Defekte Druckminderer
- Fehlende Gaswarnanlagen
- Unzureichender Schutz der Druckgasleitung
Zum Teil lassen sich diese Sicherheitslücken ohne großen Aufwand beheben. Das wohl beste Beispiel einer nachhaltigen Lösung ist die Verwendung einer Vordruckleitung (Hochdruckschlauch) und die Montage des Druckminderers an der Wand. So montiert wird der Druckminderer beim Wechsel des Druckgasbehälters durch herunterfallen nicht beschädigt.

Konzeption einer Bierschankanlage

Neben der Sicherheit und der Hygiene ist die tatsächliche Funktion der Getränkeschankanlage für den Betreiber von größter Bedeutung. Im Bereich von Bierschankanlagen stellen die Veröffentlichungen des Deutschen Brauerbundes mit dem Leitfaden zur Planung, Errichtung und den Bau von Getränkschankanlagen da. Grundsätzlich kann man sagen, dass es nicht "Die Getränkeschankanlage" gibt. Vielmehr gibt es das richtige Konzept für den jeweiligen Ausschank. Zwischen den Anforderungen an eine Bierschankanlage auf dem Oktoberfest und einer Bierschankanlage für ein Restaurant mit 40 Sitzplätzen gibt es doch sehr große Unterschiede, die bei der Planung der Getränke-schankanlage berücksichtigt werden müssen. Im Grundsatz stellt sich die Frage, wie viel Zeit wird für den Ausschank eines Bierfasses (engl. KEG) benötigt (Anstichzeit). Aus der Anstichzeit lässt sich in der Folge das Grundprinzip der Bierschankanlage ableiten. Beträgt die Anstichzeit 1-2 Tage, dann ist der Einsatz eines Kompensatorhahnes sinnvoll. Beträgt die Anstichzeit eines Fasses mehr als 2 Tage, dann sollte die Bierschankanlage mit einem Free Flow Hahn (Zughebelbierhahn) bevorzugt ausgestattet werden. Um den Unterschied der beiden Systeme zu verdeutlichen muss man sich die physikalische Eigenschaften CO2 haltiger Getränke anschauen. Jedes Bier erhält durch die alkoholische Gärung und die Lagerung einen eigenen CO2 Gehalt. Bei einem Pils beträgt der CO2 Gehalt rund 5,0 g pro Liter (g/l). In Abhängigkeit der Lagertemperatur entsteht so im Fass ein Eigendruck. Dieser Eigendruck wird Sättigungsdruck genannt. Der Sättigungsdruck ändert sich in Abhängigkeit zu der Lagertemperatur. Nach dem Motto "unter Wärme dehnt sich alles aus" steigt bei zunehmender Lagertemperatur der Druck im Fass. So beträgt bei dem Pils mit einem CO2 Anteil von 5,0 g/l und einer Lagertemperatur von +6°C der Sättigungsdruck 0,95 bar. Bereits bei einer Temperatur von +18°C beträgt der Druck 1,88 bar im Fass, also fast 1,0 bar mehr. Vereinfacht und bildlich dargestellt ist die Anzahl der CO2 Bläschen immer gleich. Steigt die Temperatur, dann dehnen sich die CO2 Bläschen aus und der Druck steigt. Da es in einer Bierschankanlage Ziel ist, dass das Bier vom Fass ins Glas läuft muss nun das Bier aus dem Fass gedrückt werden. Dafür muss das Bierfass mit einem Druck beaufschlagt werden. Bei der Druckbeaufschlagung muss nun ein Gleichgewicht zwischen dem Sättigungsdruck und dem beaufschlagtem Druck sichergestellt werden. Ist der Beaufschlagtem Druck höher, dann diffundiert der zu hohe Druck in das Bier. Das Bier wird aufkarbonisiert. Ist der Druckzu gering, dann tritt das CO2 aus dem Bier aus. Es kommt zu einer Entkarbonisierung. In beiden Fällen wird das Bier nachteilig beeinflusst. Die Beeinflussung reicht von leichten Abweichungen bis hin zu nicht mehr ausschankfähigem Bier.




  
   BGR 228


  
TRGS 510



  
   Vom Fass 
   ins Glas



  
  Tabelle 
  Sättigungs-
  druck